Osterinsel / Rapa Nui

Rechtzeitig zu Ostern mein Bericht zu den Osterinseln:

Glücklicherweise habe ich einen Fensterplatz ergattert. Das Flugzeug dreht eine Schleife über den Vulkankrater von Ranu Kau und setzt zur Landung an. Schon von oben macht die Insel einen freundlichen Eindruck. Nach der Landung verstärkt sich dieses Gefühl. Kaum habe ich mein Gepäck eingesammelt, bekomme ich einen Blumenkranz umgehängt. Allerdings nicht wie erhofft von Hula-Hula-Mädchen im Bastrock, sondern von einem etwas korpulenten Typen. Dafür bringt mich Mauricio mit seinem Pick-Up zum Campingplatz. Ich habe für meinen Aufenthalt auf der Osterinsel ein kleines Zelt gemietet. Alle anderen Unterkünfte sind nahezu unerschwinglich. Zumal mit dieser Lage. Nicht umsonst steht neben dem Campingplatz ein Luxus-Hotel mit Zimmerpreisen ab 300 Euro aufwärts. Direkt am Meer mit toller Brandung, nahe zur Stadt und ruhig. Wobei, ruhig scheint es hier überall zu sein. Die Bewohner gehen ihren Aufgaben ohne Hektik und mit Gelassenheit nach. Wenn man über die Straße will halten alle Autos an, egal ob dort ein Zebrastreifen ist oder nicht. Sehr angenehm. Die ersten beiden Tage laufe ich nur ein bisschen im Ort herum, genieße die Sonnenuntergänge OLYMPUS DIGITAL CAMERAund die sehr leckeren Empanadas (Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen) aus der kleinen Bäckerei um die Ecke. Am Abend des zweiten Tages mache ich mich zu einer Wanderung auf. Vorbei an Höhlen mit Resten von alter Wandmalerei geht es stetig den Berg bzw. den Vulkan hinauf. Alles Land ist hier vulkanisch entstanden. Irgendwann komme ich aus dem spärlichen Wald zu dem kreisrunden Krater den ich bereits vom Flugzeug aus gesehen habe. Ranu Kau. Wie ich später erfahre heißt das auf polnisch vornehm ausgedrückt: Morgentoilette. In der Sprache der Rapa Nui heißt es sicher etwas anderes. Entlang der Kante geht der Wanderweg weiter Richtung Vogelinsel. Diese kleine vorgelagerte Insel spielte in der  Vergangenheit eine wichtige Rolle im Leben der Insulaner. Man vermutet, dass der bestimmende Volksstamm auf der Insel durch einen regelmäßig stattfindenden Wettkampf ermittelt wurde. Dabei musste schnellstmöglich ein Vogel-Ei von der kleinen Insel auf die Osterinsel gebracht werden. Kevin Kostner hat darüber sogar einen Film gedreht, der von den Einheimischen aber eher belächelt wird. Immerhin dient der Film, der drei mal die Woche in einem Hotel gezeigt wird, zur Einstimmung. Denn alle Aufnahmen wurden vor Ort gemacht. Der nächste Tag ist der erste auf dieser Reise, an dem ich eine Aktion verschiebe, weil das Wetter schlecht ist. Zum Glück nimmt der Lavastein die Feuchtigkeit schnell auf, so dass es trotz starkem Regen keine Pfützen gibt und in meinem Zelt weiter gemütlich bleibt. Außerdem hat der Campingplatz eine große Küche und einen Aufenthaltsraum wo sich leicht die Zeit verbringen lässt. So lerne ich auch Marta und Lucas kennen. Zwei Polen mit denen ich mir den Jeep für die Besichtigung der Insel teile. Durch den Regentag kommen noch zwei Schweizer dazu. Die Miete fürs Auto wird dadurch weniger, wie auch der Platz im kleinen Jeep. Die Truppe passt zusammen und mit bestem Wetter haben wir einen tollen Tag. Wir fahren zuerst zu den sieben Moais. Ein Moai ist ein Kopf aus Stein. OLYMPUS DIGITAL CAMERADiese Skulpturen stehen auf der ganzen Insel verteilt herum. Man vermutet, dass es sich dabei um Denkmäler für wichtige Menschen auf der Insel handelte. Und eben diese sieben Moais die wir zu erst besichtigen, sollen für die ersten sieben Menschen sein die zur Besiedelung der Osterinsel ausgesandt wurden. Deshalb sind diese auch als einzige auf das Meer hinaus ausgerichtet. Vorbei an vielen anderen Statuen die meist unrenoviert und umgefallen sind, geht es zum Vulkan Ranu Raraku aus dessen Gestein die Figuren gemacht sind. Nur mit Faustkeilen aus Stein wurden diese Moais aus den Wänden geklopft. Angefangene und fertige, aber noch nicht abtransportierte Moais stehe am Fuße des Berges und lassen die baumlose Gegend noch unwirklicher erscheinen. OLYMPUS DIGITAL CAMERAVor lauter Steinköpfen ganz weich in der Birne, wollen wir das schöne Wetter nutzen und fahren zum einzigen Strand der Inseln an dem man baden kann. Natürlich finden wir auch dort Steinköpfe. Über 900 sollen es auf der gerade mal 13 km breiten und 24 km langen Insel sein. Damals muss es ganz schön langweilig gewesen sein damit man sich so etwas  einfallen lässt.
Wir haben den Jeep 24 Stunden gemietet. Das gibt uns die Möglichkeit die 15 Moais an der Ostküste bei Sonnenaufgang zu betrachten. Bis alle Mitfahrer zusammengetrommelt sind und der richtige Weg gefunden ist, wird es schon langsam hell. Also fahre ich etwas forscher und unterschreite die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Insel von 60 km/h nicht ein einziges Mal bis wir doch noch rechtzeitig die Sonne aus dem Meer hinter den Moais aufsteigen sehen. OLYMPUS DIGITAL CAMERAAuf dem Rückweg fängt es wieder zu tröpfeln an. Der Regen bleibt die nächsten zwei Tage und macht weitere Exkursionen nicht sinnvoll. Aber alles Wichtige habe ich gesehen  und so schnappe ich mir ein Buch und entspanne. In Internet surfen ist keine Alternative. Hier werden die Kilobytes noch einzeln von Telefonmast zu Telefonmast getragen. Und was die damit am Ende der Insel machen kann ich nur vermuten. Auch so verfliegt die Zeit und es heißt wieder Koffer bzw. Rucksack packen. Weiter zum nächsten Entschleuniger. Französisch Polynesien!

Mehr Steinköpfe und andere Motive unter Fotos / Osterinsel
Frohe Ostern!

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Eine Antwort zu Osterinsel / Rapa Nui

  1. Keti schreibt:

    Lieber Alex, vielen Dank für die schönen Bilder und den tollen Bericht. Senden Dir auch
    Ostergrüße ans andere Ende der Welt. LG Keti & Markus

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